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Hungerstreik syrisch-kurdischer Migranten
stoppt abschiebungen! 28.02.2009 12:15
Themen: Antirassismus Globalisierung Soziale Kämpfe
Vor
dem Bundesinnenministerium protestieren täglich elf kurdische Migranten. Sie
sind
in den
unbefristeten Hungerstreik getreten, um gegen das syrisch-deutsche
Rückübernahmeabkommen abgelehnter AsylbewerberInnen aus D zu protestieren.
Jetzt
nehmen
sie nur noch Kaffee und Tee zu sich. Sie halten in einem schmalen aus
Transpis und Straßenabsperrgitterteilen abgegrenzten Karree dicht am
brandenden Verkehr von Alt-Moabit
die
Stellung. Sie könnten mehr solidarische Unterstützung gebrauchen
Täglich
sind die Hungerstreiker vom Morgen acht Uhr bis abends sieben Uhr dort vor
dem Ministerium in Alt-Moabit 101 D. Einer von ihnen mußte gleich nach
Beginn seines Hungerstreiks ins Krankenhaus gebracht werden, weil er
Gesundheitsprobleme hatte, doch er hungert dort weiter.
Das
Abkommen ist seit dem Januar in Kraft, nun erhalten die syrischen Migranten
in D, das sind rund 7000, Aufforderungen der Ausländerbehörde zur Ausreise.
Mit einemmal stört die Minister nicht, dass es sich bei Syrien um einen von
Pro Asyl und anderen NGO`s scharf für seine menschenrechtlichen Vergehen, u.
a. in Polizeigewahrsam, kritisierten Staat handelt.
Politisch
Tätige, KritikerInnen, besonders aber KurdInnen haben dort Verfolgung zu fürchten.Die überwiegende Mehrheit der syrischen MigrantInnen in D sind
KurdInnen. Einer der Hungerstreikenden ist politisch aktiv in der
Yikti-Partei, die für die demokratischen Rechte der KurdInnen streitet. Aber
auch, wer wenig politisch engagiert ist, ist von Unterdrückung betroffen.
KurdInnen ist es in Syrien z. B. bei Strafe verboten, auf dem Bau oder im
Restaurant zu arbeiten. Seit der Volkszählung in der Provinz Hassaka in 1962
gelten KurdInnen in Syrien als "staatenlos", und sie leben oft am Rande der
Städte in Ghettos. Folter und gefängnis drohen fvür die, die ihre Meinung
äußern. "Es geht uns nicht nur um unsere persönliche Situation, sondern um
die Lage aller syrischen KurdInnen in D," sagt einer der Hungerstreikenden.
Unterstützt werden sie bis jetzt vom Flüchtlingsrat Berlin und von der
Linkspartei. Die Grünen hingegen halten sich bis jetzt bedeckt.
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