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 DER ISHTIKBARAT STAAT SYRIEN

 Ein kurdischer Geistlicher über die Religion, die Freiheit und die Pflicht zum Widerstand gegen Despoten

  

  KDS/KDPS EXCLUSIV

  Der Sohn des ermordeten kurdischen Scheichs Dr. Mohamed Alkhaznawi hat Maher Alassad, -  Bruder des syrischen Präsidenten Dr. Baschaar Alassad - und General Mohamed Mansura in einem aktuellen Interview mit Ali Haj Hussein (Syriaforum) beschuldigt, daß beide den Tod seines Vaters organisiert hätten.

 Er behauptete, dafür sichere und klare Beweise zu haben.

 Der Grund für die Ermordung vom Dr. Alkhaznawi resultiere aus dessen entschiedener Ablehnung, ein Agent des Regimes zu werden. Zu diesem Preis habe man dem Vater ein hohes Regierungsamt angeboten, was dieser strikt abgelehnt habe.

 Der Konflikt zwischen Dr. Alkhaznawi und der Baath-Regierung sei nach dessen Rückkehr aus Europa schließlich eskaliert.

 Dieser Konflikt habe sich auch auf die Angelegenheit des angeblich „religiösen“ Parlamentarier  Habasch bezogen.

  -         Der Sohn des Ermordeten betont, daßs die Mörder des Libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri auch seinen Vater getötet hätten.

 -         Er beschuldigt das Assad Regime, ihm selber mehrmals gedroht zu haben unter Hinweis auf ein Konzept zur Säuberung und Liquidierung der syrischen Opposition.

 -         Er bestätigt, daß er noch keine Einsicht in die Akte seines Vaters bekommen habe: stattdessen erhielte man stets zur Antwort, die Sache sei polizeilich noch nicht abgeschlossen.

 -         Auch die Rechtsanwälte der Familie erhielten keinerlei Akteneinsicht. Die Akte sei unter dem Klassifizierungsgrad „Antasten verboten“ angelegt worden.

        -         Nach seiner Meinung, hat die Begegnung seines Vaters mit dem im Exil lebenden Führer der Muslimbruderschaft, Herrn Bayanuni, das Regime in der Absicht der Ermordung bestärkt.

 -         Syrien sei ein Staat, der durch „Istikhbarat“ (Geheimdienst) mit mehreren Schaufenstern regiert wird.

-         Auch die aleveitische Volksgruppe, der die Assads angehören, sei durch das Regime letztlich benachteiligt.

        -         Nach seiner Auffassung ist die Kooperation mit ausländischen Kräften religiös legitim, wenn dadurch die aberkannten Rechte der Menschen zurück erlangt werden könnten.

        -         Jene Drehbücher, die für die Ermordung vom Herrn Hariri fungierten, seien auch die Blaupause für den Mord an seinem Vater gewesen. – Typischerweise gehörten dazu die folgenden Zugeständnisse des Assad-Regimes an die Beschuldigten Ahmed Matar sowie die hohe Übereinstimmung von dessen Verteidigungsargumentation mit jener des Ahmed Abu Aasas, der nach dem Mord an Hariri gefasst worden sei.

      -         Nach seiner Meinung ist das Verbot des Hijabs für die Frauen in Frankreich ist eine interne Angelegenheit der französischen Regierung.

       -         Nichts im Islam verbietet, daß Frauen die Funktion als „Imam“ einnehmen.

      -         Die Opposition sollte auf den finalen Report zur Ermordung vom Herrn Hariri warten, sondern ihre ganze Arbeit tun.

       -         Er ist unsicher darüber, ob der Islam ein geschlossenes politisches System ergibt. Das Verhalten vom Prophet und seiner „Khulafa“, und jener, die nach ihm praktiziert haben, reicht nicht aus, um ein islamisches Politik-System zu behaupten.

      -         Die Muslime sollen keine Angst oder gar Panik haben von einem demokratischen System, daß die Religion und Staat voneinander trennt.

-         Die Kurden sind unter sich gegenüber der „Erklärung vom Damaskus“ uneinig, aber sie bilden eine wichtige Fraktion in der syrischen demokratischen Bewegung.

      -         Die Muslime dürfen nicht wegen ihrer Ängste vor der im Lande unbekannten Demokratie einen Despoten dulden oder unterstützen. Die Religion Gottes darf nicht als Stütze für kriminelle Machthabern ausgenutzt wird.

      -         Die Kurden sollen sich nicht in ihren eigenen Territorien selber einsperren. Sie sollen sich intensiv mit der breiten syrischen Opposition verbünden.

      -         Die Gleichheit zwischen den Religionen und Volksgruppen muß wieder hergestellt werden. Gott hat im Kuran gesagt:“ Wir haben die Söhne Adams gewürdigt (Alisra-70)“ und damit gemeint sind alle Menschen.

 

September 2006